Schiffe Frankreichs

Ehre, Heimatland, Tapferkeit, Disziplin.“ Das sind auch heute noch die vier Prinzipien, die die Marine Nationale – oder „La Royale“ – als eine der ältesten Marinen der Welt definieren. Die Marine Nationale war maßgeblich am Aufbau des französischen Kolonialreiches beteiligt und führte zu fast dauerhaften Konflikten mit ihren europäischen Nachbarn, insbesondere mit der Royal Navy. Obwohl sie in ihrer Größe von der britischen Marine übertroffen wurde, hatte die gut ausgebildete und gut ausgerüstete Marine Nationale immer noch einen beachtlichen Einfluss auf das Weltgeschehen und die Marinestrategie, da sie tief in den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg im 18. Jahrhundert verwickelt war.

Außerdem war die Marine Nationale an der Modernisierung der japanischen Flotte im 19. Jahrhundert und im 20.Jahrhundert an den Verhandlungen der Marineverträge nach dem 1. Weltkrieg beteiligt. Des Weiteren entwickelte die französische Marine die Jeune École Marinetheorie. Ihre Schiffsentwickler und Ingenieure zählten zu den besten der Welt, sie entwickelten unter anderem die Le Fantasque-Zerstörerklasse, welche bis heute die schnellsten der Welt sind. Während die Franzosen der Marinefliegerei nur wenig Beachtung schenkten, lag ihr Fokus auf Schlachtschiffen, insbesondere auf schnellen Schlachtschiffen, zu welchen die Dunkerque sowie die Richelieu-Klasse gehörten, welche von manchen als erfolgreichste Konzepte angesehen wurden, die unter den Limitierungen des Washingtoner Flottenabkommens entwickelt wurden.

Weitgehend verschont von den massiven Kürzungen des Militärhaushalts, die durch den Versailler Vertrag in der Zwischenkriegszeit bedingt wurden, beteiligte sich die Marine Nationale zu Beginn des Zweiten Weltkriegs an der Schlacht im Atlantik, der Operation Weserübung und der Operation Dynamo. Die Unterzeichnung des Waffenstillstands vom 22. Juni 1940 mit Deutschland bedeutete jedoch, dass alle Operationen mit den Alliierten unter dem neuen Satellitenstaat unter der Regierung des Vichy-Regimes ausgesetzt werden mussten, mit Ausnahme derjenigen, die sich den freien französischen Marinestreitkräften anschließen konnten. Während Frankreich aufgrund des Waffenstillstands offiziell neutral war, wollten die Briten nicht riskieren, dass die mächtigsten Schiffe der Marine Nationale in die Hände des Feindes fallen würden. Die königliche Marine wurde angewiesen, die Operation Catapult, einen Angriff auf die französischen Marinestreitkräfte, die am 3. Juli 1940 in Mers-el-Kébir, Algerien, vor Anker lagen, auszuführen, was die Beziehungen zwischen den zwei Mächten stark einschränkte. Dennoch, anstatt sich von den Deutschen als Teil des Unternehmens Anton gefangen nehmen zu lassen, versenkten französische Seeleute am 27. November 1942 den Rest ihrer Flotte in Toulon und behielten ihre Ehre bis zum Schluss.